Fast alle Saugheber, im Handwerk oft Gripster genannt, arbeiten heute elektrisch: 93 Prozent der 519 Modelle in der Datenbank haben eine Akkupumpe. Wie lange ein Gerät durchhält und wie bequem es sich laden lässt, hängt von Akkutyp, Kapazität und Ladeanschluss ab. Dieser Ratgeber ordnet die Varianten ein und zeigt, wie Sie Lithium-Akkus richtig pflegen, auch im Winter.
Wechselakku oder fest verbauter Akku
Unter den elektrischen Gripstern haben 40 Prozent einen Wechselakku und 31 Prozent einen fest verbauten Akku. Im Preis unterscheiden sich beide Varianten nicht, in der Ausstattung schon.
| Merkmal | Wechselakku | Fest verbauter Akku |
|---|---|---|
| Modelle | 194 | 151 |
| Mittlerer Preis | 69 € | 69 € |
| Mittlere Tragkraft | 220 kg | 200 kg |
| Mittlere Akkukapazität | 2400 mAh | 4000 mAh |
| Laden über USB-C | 3 % | 40 % |
| Digitalanzeige | 60 % | 85 % |
Der Wechselakku spielt seine Stärke auf langen Arbeitstagen aus. Ist er leer, setzen Sie einen geladenen Akku ein und arbeiten ohne Pause weiter. 69 Modelle werden gleich mit zwei Akkus geliefert, im Mittel für 50 € pro Gerät, und 97 Prozent davon arbeiten mit Wechselakku. Ein weiterer Vorteil: Lässt der Akku nach einigen Jahren nach, tauschen Sie nur den Akku und nicht das ganze Gerät. Geladen wird meist mit einem separaten Ladegerät.
Der fest verbaute Akku macht das Gerät kompakter und das Gehäuse geschlossener. Die mittlere Kapazität ist mit 4000 mAh höher, und 40 Prozent dieser Modelle laden über USB-C. Ist der Akku leer, müssen Sie allerdings eine Ladepause einlegen. Altert der Akku, ist häufig das ganze Gerät am Ende.
Die Unterschiede im Detail zeigen die Vergleiche Wechselakku vs. USB-C und Ein Akku vs. zwei Akkus.
Die Ladearten im Vergleich
| Ladeart | Typisch bei | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| USB-C | Fest verbauten Akkus | Laden mit Handy-Netzteil, Powerbank oder im Fahrzeug | Akku nicht tauschbar, Ladepause nötig |
| Micro-USB oder USB-Kabel | Einfachen und älteren Geräten | Günstig, Kabel weit verbreitet | Empfindlicher Stecker, langsameres Laden, eigenes Kabel nötig |
| Externes Ladegerät | Wechselakkus | Zweiter Akku lädt, während Sie arbeiten | Ladegerät muss mit auf die Baustelle |
| Werkzeugakku | Geräten für 18-V-Systeme | Akkus und Ladegeräte vorhandener Werkzeuge nutzbar | Oft ohne Akku angeboten, Gerät schwerer |
USB-C bieten 14 Prozent der elektrischen Modelle. Die Vakuumgreifer mit USB-C kosten im Mittel 70 €, 90 Prozent von ihnen haben einen fest verbauten Akku. Der Vorteil liegt in der Flexibilität: Ein Netzteil von Smartphone oder Laptop, eine Powerbank oder ein USB-Adapter im Fahrzeug genügen. Das günstigste Modell mit USB-C kostet 17 € pro Gerät im Doppelpack.
Micro-USB und einfache USB-Kabel finden sich bei schlichten Geräten. Der Stecker ist mechanisch empfindlicher als USB-C und auf Baustellen anfälliger für Schmutz und Beschädigung.
Externe Ladegeräte gehören zu den meisten Wechselakkus, etwa zu 21-V-Akkupacks. Sie laden den Akku außerhalb des Geräts, sodass ein zweiter Akku bereitliegt.
Werkzeugakkus nutzen einige Gripster und Fliesenrüttler, die 18-V-Akkus aus den Systemen großer Elektrowerkzeughersteller aufnehmen. In der Datenbank betrifft das vor allem Geräte für Makita-Akkus, vereinzelt auch andere 18-V-Systeme. Darunter ist ein Modell mit 500 kg, dem Höchstwert der Datenbank. Wer diese Akkus ohnehin besitzt, spart sich zusätzliche Akkus und Ladegeräte. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Akku und Ladegerät zum Lieferumfang gehören.
mAh und Laufzeit
Die Angabe in Milliamperestunden (mAh) beschreibt die Ladungsmenge eines Akkus. Die mittlere Kapazität aller elektrischen Saugheber liegt bei 3000 mAh, die Datenblätter reichen von kleinen Zellen mit 1200 mAh bis zu Akkus mit 4500 mAh. Eine Übersicht bietet die Rangliste Größte Akkus.
Vergleichen Sie mAh aber nur bei gleicher Spannung. Aussagekräftiger ist der Energieinhalt in Wattstunden, also Spannung mal Amperestunden. Eine 3,7-V-Zelle mit 1200 mAh speichert rund 4,4 Wh, ein 18-V-Akku mit 2000 mAh rund 36 Wh, also gut achtmal so viel.
Für die Laufzeit kommt es außerdem darauf an, wie oft die Pumpe läuft. Sie arbeitet nur beim Ansaugen und beim Nachpumpen. Nach Herstellerangabe erreichen Geräte mit 4000 bis 4500 mAh bis zu 10 bis 12 Stunden, ein Gerät mit 21-V-Akku nennt rund 4 Stunden. Solche Werte gelten für dichte, glatte Flächen. Im Alltag verkürzen diese Faktoren die Laufzeit:
- Raue Oberflächen, auf denen die Pumpe häufiger nachpumpen muss.
- Viele Hebevorgänge pro Stunde, etwa beim Verlegen kleinerer Formate.
- Vibrationsfunktion, deren Motor deutlich mehr Strom zieht als die Pumpe.
- Verschlissene Dichtungen, die eine Nachpumpautomatik ständig anspringen lassen.
- Kälte, die die nutzbare Kapazität spürbar senkt.
Lithium-Akkus richtig pflegen
Gripster arbeiten mit Lithium-Ionen-Akkus. Mit wenigen Regeln behalten sie ihre Kapazität über viele Ladezyklen.
- Nicht tiefentladen: Laden Sie den Akku, sobald die Anzeige einen niedrigen Stand meldet. Ein vollständig entleerter Akku altert schneller und lässt sich im Extremfall nicht mehr laden.
- Passend laden: Verwenden Sie das mitgelieferte Ladegerät oder ein geeignetes USB-C-Netzteil. Laden Sie auf einer nicht brennbaren Unterlage.
- Halb voll lagern: Für Pausen über mehrere Wochen ist ein Ladestand von etwa 40 bis 60 Prozent ideal. Prüfen Sie den Stand alle drei Monate und laden Sie bei Bedarf nach.
- Hitze vermeiden: Nicht in der prallen Sonne, auf der Heizung oder im Sommer im Fahrzeug liegen lassen.
- Kontakte sauber halten: Bei Wechselakkus Staub und Kleberreste von den Kontakten entfernen.
- Beschädigte Akkus aussortieren: Ein aufgeblähter, ungewöhnlich heißer oder riechender Akku wird nicht mehr verwendet und über eine Sammelstelle entsorgt.
Arbeiten bei Kälte
Unter 0 °C sinkt die verfügbare Leistung von Lithium-Akkus deutlich. Die Pumpe arbeitet langsamer, die Anzeige meldet früher einen niedrigen Ladestand. Laden Sie Akkus bei Frost nicht, sondern erst nach dem Aufwärmen bei Raumtemperatur, ideal zwischen 10 und 30 °C. Laden bei Minusgraden schädigt die Zellen dauerhaft.
Bewahren Sie Akkus im Winter in der beheizten Fahrerkabine oder im Haus auf und setzen Sie sie erst kurz vor der Arbeit ein. Hier hat der Wechselakku einen klaren Vorteil: Ein warmer Ersatzakku liegt bereit, während der kalte sich wieder aufwärmt.
Kälte betrifft auch die Dichtung. Gummi wird hart und dichtet schlechter, auf kalten Platten bildet sich Kondenswasser. Kontrollieren Sie die Vakuumanzeige bei Frost deshalb häufiger. Mehr dazu im Ratgeber Dichtungen pflegen und wechseln.
Welche Lösung passt zu wem?
- Gelegentliche Nutzung: Ein fest verbauter Akku mit USB-C ist bequem und lässt sich mit vorhandenen Netzteilen laden.
- Täglicher Einsatz: Ein Vakuumgreifer mit Wechselakku und zweitem Akku vermeidet Ladepausen.
- Vorhandenes Akkusystem: Ein Gerät für Werkzeugakkus nutzt Akkus und Ladegeräte, die schon auf der Baustelle sind.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein Akku-Gripster mit einer Ladung?
Das hängt von Akku, Oberfläche und Zahl der Hebevorgänge ab. Nach Herstellerangabe erreichen Geräte mit 4000 bis 4500 mAh bis zu 10 bis 12 Stunden, weil die Pumpe nur beim Ansaugen und Nachpumpen läuft. Auf rauen Flächen, bei häufigem Nachpumpen und bei Kälte ist die Laufzeit kürzer.
Kann ich einen Gripster mit USB-C an einer Powerbank laden?
Ja, Vakuumgreifer mit USB-C-Anschluss lassen sich mit Powerbank, Smartphone-Netzteil oder einem USB-Adapter im Fahrzeug laden. Das ist ein Vorteil auf Baustellen ohne Steckdose. In der Datenbank laden 14 Prozent der elektrischen Modelle über USB-C, die meisten davon mit fest verbautem Akku.
Darf ich den Saugheber im Winter im Fahrzeug lassen?
Kurzfristig schadet Kälte dem Akku nicht, er liefert aber weniger Leistung. Laden Sie einen kalten Akku nie direkt, sondern erst nach dem Aufwärmen auf Raumtemperatur. Für den Arbeitstag ist es besser, Akkus in der warmen Fahrerkabine oder im Haus aufzubewahren und erst kurz vor dem Einsatz einzusetzen.